Nachlieferung zum Medienbegriff

In seinem Vortrag „Mittel, Vermittlung, Medium. Bemerkungen zu einer wesentlichen Differenz“ (siehe voriges Blogpost) benennt Georg Rückriem  den Unterschied zwischen Mittel und Medium so:

Mit „Vermittlung“ bezeichnen wir eine „2 + 1 – Beziehung“: „Subjekt-Objekt+Mittel“. Mit „Medium“ bezeichnen wir dagegen eine „3 in 4 – Beziehung“: „Subjekt-Objekt+Mittel“ innerhalb eines anderen, vierten, Zusammenhanges (Schürmann).
Wer das Medium für ein Mittel hält, verwechselt die Position 4 mit der Position 1 in der obigen Darstellung und vollzieht den von Bateson angeprangerten „Irrtum der logischen Typisierung“ (ebd.).

Um mir genau klar zu machen, was das bedeutet, habe ich die sprachliche Beschreibung in eine Grafik verwandelt (achtung, die Zahlen haben z. T. andere Bedeutung):

Zum Problem der Verwechslung logischer Typen passt auch eine Erkenntnis McLuhans, an die mich @martinlindner erinnerte:

Zitate für 2010, Nr. 1

Unsere Konzepte von ‚Wahrnehmen‘, ‚Wissen‘, ‚Denken‘ … und von ‚Lernen‘ sind in Koevolution mit den Medien entstanden, in denen unsere Kultur ihr Wissen gewonnen, gespeichert, verarbeitet und verbreitet hat. Gerade für medientheoretisch Sensibilisierte muss es völlig unwahrscheinlich erscheinen, dass unter den neuen medialen Bedingungen diese Konzeptionen unverändert bestehen bleiben können.

Michael Giesecke, Triadisches Denken und posttypographische Erkenntnistheorie, In: Torsten Meyer/Michael Scheibl/Stephan Münte-Goussar/Timo Meseil/Julia Schawe (Hrsg.): Bildung im Neuen Medium. Wissensformation und digitale Infrastruktur, Münster 2008, S. 62-77.  http://www.michael-giesecke.de/giesecke/dokumente/261/Triadisches_Denken.pdf