In aller Kürze: Warum wir eine andere Bildung brauchen und was das bedeutet

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10 Thesen zur Bildung

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Alt-Right oder Greta?

Vorwarnung:
Manche schreiben Bücher. Manchmal sind die kürzer, manchmal länger. Ich kenne welche, die schreiben 800 Seiten-Bücher. Ich schreibe Aufsätze und Vorträge. Die sind oft sehr lang. Das liegt daran, dass ich immer versuche, ein Big Picture zusammenzusetzen und dafür Argumente bzw. Konkretionen zu liefern, denn sonst ist das Big Picture nur eine beliebige Behauptung.
Inzwischen werden überall Lesedauern angegeben. Ich gebe an: mindestens 1 Stunde, wahrscheinlich mehr. Aber die gute Botschaft ist: Wenn man es als mein derzeitiges Buch ansieht, ist es außerordentlich kurz, und man kann es locker zwischen Büroschluss und Tagesschau durchlesen und trotzdem noch am Abendbrot teilnehmen.
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PLN as a subject of teacher-training – first attempt

Recently I hold my first seminar explicitly about PLN with trainee teachers. Frankly, the seminar didn’t work exactly as I was hoping. But, as Sebastian Hirsch put it: failing forward is the new success. With one modification, I gladly agree: the next failing cycle will only be a motion forward if I can identify the problem, and find a different way for the next attempt. I’ll be grateful for your help with feedbacks, hints, and suggestions!
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Kulturzugangsgerät, kleine Abhandlung

Ich wurde gebeten, etwas zu meiner Wortschöpfung „Kulturzugangsgerät“ zu sagen, etwas Zitierbares. Dem komme ich jetzt nach. Aber vor einer zitierbaren systematischen Erklärung, möchte ich etwas Narratives zur Genese dieser Begriffserfindung mitteilen. Darin liegt nämlich immer auch schon eine Begründung. (Ich bin eine Freundin des historischen Denkens, kein Geschichtsliebhaber.)

Also die Erzählung:
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Gewaltfreie Kommunikation: Wie wir bewirken können, was wir bewirken wollen – vielleicht.

Meine größten Lernzuwächse entstehen unter den Bedingungen von Serendipity und Muße. Ein anderes Mal will ich darüber nachdenken, was diese beiden Aspekte mit Effizienz beim Lernen zu tun haben – heute geht es um eine solche glückliche Zufallsüberraschung selbst, der ich neulich erlaubte, mich zu finden, und der ich mich mit Muße hingab.
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Lernen mit Weblogs – oder: Wie man aus Gold Scheiße macht.

„Neinnein, ich will nicht selbst bloggen, ich brauche es im Unterricht zur Aktivierung der Schüler.“

„Bloggen ist aber aufwendig! Ich dachte, ich könnte damit wertvolle Vorbereitungs-Zeit sparen!“

„Ich hab es mal im Unterricht probiert, aber die Schüler sind nicht lange dabeigeblieben.“

Langsam hat sich herumgesprochen, dass man irgendwas mit interaktiven Medien im Unterricht machen muss (*stöhn*). Weiterlesen

Projektlernen heißt, an den eigenen Fragen zu arbeiten.

„Individuelles Lernen heißt nicht, jeder lernt Dasselbe allein, sondern alle lernen gemeinsam Verschiedenes.“

Diesen Satz haben wir – Max v. Redecker und ich – auf die Rückseite unserer Lehrerhandreichung geschrieben, die gerade beim Drucker bei mir im Büro liegt. Wir finden den Satz deswegen so wichtig, weil so viele LehrerInnen mit einem Modell von Individualisiertem Unterricht arbeiten, das den SchülerInnen nur das Tempo, die Art & Weise und das Anforderungsniveau des Lernens in die eigene Verfügung stellt. „Herauskommen“ muss „hinten“ aber dann doch dasselbe, was für alle SchülerInnen als Output (früher Lernziel genannt) vorgegeben ist. Das heißt dann aber doch: Alle SchülerInnen lernen dasselbe – nur eben nicht mehr zur gleichen Zeit und vielleicht nicht auf dieselbe Art und Weise und in derselben Reihenfolge. Aber am Ende des Schulhalbjahres müssen sie doch auf dem gleichen Stand(ard) angekommen sein und Dasselbe wissen. Weiterlesen

Collaboration is it!

Danke Theo Byland für dies und den Fingerzeig zu Tim Krumkühlers das , wo es am Ende dieses für mich gab:

Genau: Zusammenarbeit ist das Hauptmerkmal des Lernens im 21. Jahrhundert, und es wird auch das Hauptmerkmal des Lernens in Schule werden, wenn Schule (wieder) funktionieren soll. Und ohne Internet ist Zusammenarbeit wie Party im Schneckenhaus des Einsiedlerkrebses.

Zitate für 2011, Nr. 2

Die Revolution haben wir auf der Straße gemacht, aber ohne Youtube, Facebook und Twitter wäre uns dies nicht gelungen.

Der tunesische Student Ali Bouzizi auf dem Weltsozialforum in Dakar 2011, zit. n. taz, 12./13. 2. 2011

Berichtigung – Lernen im Leitmedienwechsel

Manchmal, wenn ich – wie häufig – alleine frühstücke, lese ich gedruckte Zeitungen von gestern und vorgestern. Und manchmal passiert es dabei, dass mir auch die kleineren journalistischen Formen wie z.B. die Rubrik „Berichtigung“  zu lesen nicht als Zeitverschwendung erscheint – vorausgesetzt, es ist noch Müsli oder Tee vorhanden, deren Vernichtung mit Lektüre zu begleiten ist.

Ein solcher Fall war heute früh. Ich fand in der TAZ von vorgestern (11. Oktober) auf Seite 15 in der rechten unteren Ecke gedruckt:

BERICHTIGUNG

„Wer selbst bestimmen kann, was er wann hören möchte, versäumt nichts mehr“, schrieb Norbert Bolz über die Vorteile des digitalen Radios. Gewagte These, denn sie setzt erstens voraus, dass man stets das Richtige zum Hören auswählt, also schon vorher weiß, was kommt. Und zweitens, dass die Zeit eines jeden für alles Relevante reicht, was doch sehr zu bezweifeln ist. Nichts zu versäumen – unmöglich.

Oha. Das geht mich an! Wo bitte schrieb Norbert Bolz das, was hier berichtigt wurde? Und was wurde berichtigt? Und wer hat berichtigt? Und bitte: Ist es üblich, dass in einer Berichtigung  auch zum Inhalt des Berichtigten kritisch Stellung genommen wird? Und was sagt der Berichtigte dazu?

Eine Art kognitiver Spannung trieb mich an den Rechner: Kein Problem, das Originalzitat zu finden in der Taz vom Wochenende (die nicht mehr auf dem Küchentisch lag.) Ulkig, dass Bolzens Satz, der da in der Berichtigung zur Berichtigung stand, dem Wortlaut nach gar nicht hätte berichtigt werden müssen, denn er stand ganz genauso auch im Artikel. Aber vielleicht nur online, wo er schließlich nachträglich berichtigt hat werden können? Und vielleicht nicht in der Printausgabe? Wo ist bloß die Printtaz vom Wochenende?  Im Papierkorb leider auch nicht mehr. Aber vier Treppen tiefer, in der Garage im Container – zum Glück noch nicht abgeholt.

Wieder am Küchentisch, leicht nach Luft ringend, blätterte ich in der Wochendendausgabe aufgeregt zum Bolz-Artikel. Ahja, „Radio in Eigenzeit“ auf Seite 16. Interessanter Artikel übrigens. Und das Zitat? Goldrichtig gedruckt, nichts am Wortlaut zu berichtigen.

Merkwürdig: Hat die taz da eine neue (Spaß-)gattung erfunden? Eine Möglichkeit für Redakteure, ihre Meinung zu sagen ohne es gedurft zu haben? Und alle kennen die neue Gattung schon lange, bloß ich noch nicht?

Jedenfalls: „Berichtigt“ wurde ganz offensichtlich kein Druckfehler, sondern Bolzens „gewagte These“, dass, wer selbst bestimmen kann, was er – ich erweitere das mal – aus den Medien zur Kenntnis nehmen möchte, nichts mehr versäume.  Und die Argumente zur Korrektur? Ahja. „das Richtige“ kann man nicht vorher kennen, und „Relevantes“ gibt es immer zu versäumen.

Lieber anonymer Berichtiger, wer auch immer du bist:

Du hast den Bolz leider nicht verstanden. Denn das ist es ja gerade: Ob etwas „Richtig“ ist oder ob etwas „Relevanz“ hat, das entscheidet ja seit Internet zunehmend weniger ein gewählter oder nicht gewählter Volksvertreter, Intendant, Redakteur …, sondern der „Nutzer“, also ich, bzw. alle anderen iche für sich selbst. Und unter diesem Blickwinkel gibt es in der Tat nichts mehr Relevantes zu versäumen (anderes natürlich immer, aber das war schon immer so), im Gegenteil, seit ich meine Zeit im Großen und Ganzen nur noch mit „selbst bestimmter Auswahl“ verbringe, finden mich viel mehr für mich relevante Informationen als früher. Aber du bist sicher nicht bei twitter und liest auch keine blogs, also kann dich meine Antwort gar nicht erreichen, und ich werde nen Teufel tun einen Leserbrief zu schreiben. Da hast du etwas Relevantes versäumt, aber selbst wenn, die Zeit reicht ja eh nicht.

Jetzt warte ich geduldig auf die nächste Montagsausgabe der Printtaz, um folgendes zu klären: Ist diese Sorte „Berichtigung“ ein einmaliger Gag gewesen, oder schon institutionalisierte neue Gattung? Aber vielleicht weiß es ja jemand aus meinem Netz und verrät es mir schon vorher, entweder hier als Kommentar oder bitte bei @lisarosa. Danke!