Welche „digitale Bildungsrevolution“ wollen wir?

„Hauptsache digital, alles andere egal!“ war gestern

Aufregung herrscht unter den „digital affinen“ Pädagogen: Etwas ist ganz anders als noch im letzten Jahr. Mitglieder der „Netzgemeinde“, die „Computerfreaks“, die bisher fast überall „in Bildungskontexten“ als verschroben belächelt wurden, werden ernstgenommen und hoffähig. Sie sind plötzlich als Berater für die große Politik gefragt, werden als Referenten in Kultusbehörden eingestellt und zu Vorträgen vor Politikerrunden und Initiativen zur „Digitalisierung der Bildung“ eingeladen (von den üblichen Workshops und Vorträgen für Lehrer und andere Bildungsakteure ganz abgesehen). Da jubelt der Digitale-Bildung-Freak. Weiterlesen

Denken lernen lehren – mit „Making Thinking Visible“

Sowohl-als-auch und Weder-noch

Meine neueste Lieblingslektüre für Schreibtisch, Sofa und Bett ist nach Merlin Donald’s Triumph des Bewusstseins ein Buch, das eine Brücke davon zur Pädagogischen Praxis baut. Immer haben wir ja das Problem, dass viele beliebte „Schulkritiker“ und „Schulerneuerer“ ihren antiintellektuellen Affekten frönen, wenn sie im dualistischen Denkstil „das Akademische“ mit dem „Intellektuellen“ gleichsetzend dieses dann gegen die Soft und Social Skills halten, die doch #hach! *herzensbildend* das „Eigentliche“ des „gebildeten Menschen“ ausmachen. Dagegen positioniert sich dann – einerseits zu Recht – eine Art Studienratsmaffia, die aber ihrerseits ebensowenig auf diese falsche Entgegensetzung und jene falsche Gleichsetzung verzichtet. Kognitives Wissen und Können bzw. Verhalten bleiben dann immer auf zwei entgegengesetzten Seiten einer Medaille. Wenn das eine ist, kann das andere nicht sein: Fördere ich Sozialverhalten (in isolierten Verhaltenstrainings), dann haben die Schüler „nichts im Kopf“ – Bimsen sie stattdessen (fertig vorliegendes) Wissen, dann sind sie angepasste Nachbeter fremder Gedanken und mobben zum Ausgleich ihre Mitschüler, was das Zeug hält. Bitte beides! (Wissen und Verhalten) bekommt man aber nur, wenn man auch Keines von Beidem! sowohl zum Büffeln als auch zum Verhaltenstraining sagt. Weiterlesen

Schule, Lehrer und Schüler am Limit

Wer gestern Beckmann, Lehrer am Limit gesehen hat, hat vielleicht zum wiederholten Mal den Eindruck gewonnen, den Guido Brombach in seinem Tweet folgendermaßen in Frageform fasst:

Meine Antwort: jein.
Nein, weil kein Tag vergeht, in dem Schule und Unterricht – und vor allem die Bildungsergebnisse – uns nicht in irgendeiner Form in den Massenmedien kritisch entgegentreten. Weiterlesen

Lernen mit Weblogs – oder: Wie man aus Gold Scheiße macht.

„Neinnein, ich will nicht selbst bloggen, ich brauche es im Unterricht zur Aktivierung der Schüler.“

„Bloggen ist aber aufwendig! Ich dachte, ich könnte damit wertvolle Vorbereitungs-Zeit sparen!“

„Ich hab es mal im Unterricht probiert, aber die Schüler sind nicht lange dabeigeblieben.“

Langsam hat sich herumgesprochen, dass man irgendwas mit interaktiven Medien im Unterricht machen muss (*stöhn*). Weiterlesen

Projektlernen meets Web 2.0 – Die Workshops stellen sich vor

Die Veranstaltung am 15. 6. „Projektlernen im digitalen Zeitalter“ hat 5 Workshops im Programm. Hier stellen die Leiter ihre Workshops vor: Weiterlesen

Projektlernen im digitalen Zeitalter – Auf dem Weg zur Lerngesellschaft

CC Richard Giles

CC Richard Giles

Projektlernen, PBL, John Deweys‘ Methodology – dies sind Wiederentdeckungen in Zeiten des Web 2.0, seitdem klar ist, dass eine neue Art des Lernens außerhalb der formalen Bildung in den Institutionen von Schule, Hochschule und Weiterbildung immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Nicht mehr diskutiert werden muss auch, dass das reduktionistische Lernkonzept der Industriekultur, das ausschließlich systematisches „akademisches“ Buchlernen historisch prämiert hat, längst überholt und das Festhalten daran verantwortlich für das Scheitern der Bildungsinstitutionen auf allen Ebenen ist – gemessen an deren Funktion, die Kompetenzen/das Wissen individuell und gesellschaftlich zu bilden, die nötig sind, um die historischen Aufgaben der Menschheit des 21. Jahrhunderts bewältigen zu können. Weiterlesen

Projektlernen heißt, an den eigenen Fragen zu arbeiten.

„Individuelles Lernen heißt nicht, jeder lernt Dasselbe allein, sondern alle lernen gemeinsam Verschiedenes.“

Diesen Satz haben wir – Max v. Redecker und ich – auf die Rückseite unserer Lehrerhandreichung geschrieben, die gerade beim Drucker bei mir im Büro liegt. Wir finden den Satz deswegen so wichtig, weil so viele LehrerInnen mit einem Modell von Individualisiertem Unterricht arbeiten, das den SchülerInnen nur das Tempo, die Art & Weise und das Anforderungsniveau des Lernens in die eigene Verfügung stellt. „Herauskommen“ muss „hinten“ aber dann doch dasselbe, was für alle SchülerInnen als Output (früher Lernziel genannt) vorgegeben ist. Das heißt dann aber doch: Alle SchülerInnen lernen dasselbe – nur eben nicht mehr zur gleichen Zeit und vielleicht nicht auf dieselbe Art und Weise und in derselben Reihenfolge. Aber am Ende des Schulhalbjahres müssen sie doch auf dem gleichen Stand(ard) angekommen sein und Dasselbe wissen. Weiterlesen