Kritisch Denken Lernen für Alle – Kern der Literacy von heute und morgen

1. Wie es mir erging

Als ich mit einem ordentlichen Abiturzeugnis versehen 1973 an der FU Berlin mein Geschichts- und Politologie-Studium aufnahm, hatte ich wenig Ahnung vom Denken und noch weniger vom Lernen. Aber ich wusste nichts davon. Ich merkte es erst, als ich nach einigen Semestern eine Zwischenprüfung ablegen musste, die ich nur ganz knapp bestand. Der Vorsitzende des Prüfungstriumvirats – ein Mediävist alter Schule – musterte mich mit seinen Basedow-Augen und gab mir folgenden Rat: „So schlecht sehen Sie doch gar nicht aus. Es braucht doch nicht jede Frauen studieren. Heiraten ist doch auch noch eine Möglichkeit“. Da wusste ich, irgendetwas war schrecklich schief gelaufen. Denn in der Schule hatte man mir bescheinigt, ich wäre zwar vorlaut aber intelligent, und heiraten wollte ich auf gar keinen Fall. Weiterlesen

Kommt jetzt endlich die richtige Bildungspolitik in Deutschland?

Ist das Papier „Strategie der KMK ‚Bildung in der digitalen Welt‘“ der Startschuss in eine neue Etappe der Bildungsmodernisierung in Deutschland?

Hat sich endlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass mit Computer und Internet nicht nur ein neues Werkzeug hinzugekommen ist, mit dem man das, was man schon immer gemacht hat, jetzt noch effizienter machen kann? Sondern dass etwas Epochemachendes eingetreten ist, das alle Bereiche der Gesellschaft mit zunehmender Geschwindigkeit von Grund auf umkrempelt? Dürfen wir uns also freuen?

Leider nein. Denn während im ersten Entwurf vom 1. 9. 2015, zu finden bei J&K, noch von einem „epochalen Prozess“ die Rede ist, „der alle Bereiche unserer Gesellschaft durchdringt und die Lebens- und Berufswelten grundlegend verändert“, ist der jetzt von BMBF und KMK veröffentlichte ausführliche Entwurf vom 12. 05. 2016 wieder deutlicher im alten Verständnis formuliert: Weiterlesen

PLN as a subject of teacher-training – first attempt

Recently I hold my first seminar explicitly about PLN with trainee teachers. Frankly, the seminar didn’t work exactly as I was hoping. But, as Sebastian Hirsch put it: failing forward is the new success. With one modification, I gladly agree: the next failing cycle will only be a motion forward if I can identify the problem, and find a different way for the next attempt. I’ll be grateful for your help with feedbacks, hints, and suggestions!
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The Real Reward of Learning

Yesterday I had to lead another workshop about „Learning to learn“ in which I help student mentors to get fit for supporting their younger mentees who are struggling with their school careers.
We talked about procrastination. All students have hands-on experiences with this phenomenon and have to learn to cope with it. Otherwise their academic career would have already ended.
So I asked them about their most successful solutions to their problem of procrastination. And they came up with many variations of carrot-and-stick methods which are mostly the only answer you can get in schools and other learning institutions. They admitted that the problem was persisting despite the deployment of these methods, and an ongoing annoyance. One of them told about procrastinating until the fear of failing becomes so unbearable that she find it better to start at last with learning activities, but even from up there she is only driven by increasing angst. And for another student, procrastination has even let her to quit her studies completely. Weiterlesen

PLN – an essential social structure for us who live in the emerging age of the Culture of Learning(1) – Part 1

IMG_0526    1. Why I do have to speak about it

Two years ago, Georg Rückriem reviewed my re:publica13 Talk. He noted about my PLN graphic that it looked precisely like the “toolificative” understanding (i.e. reducing media to tools) I wanted to critisize. He was right. But a sufficiently complex understanding of the concept of a Personal Learning Network is still difficult to describe in words and even more difficult to visualize.
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Lernen zu lehren im Internetzeitalter

(für den Workshop „Lernen zu Lehren (sic) – Was gehört zu einer Medien-Grundbildung für Pädagog_innen? auf der GEW-Tagung an der Uni Mainz 19./20. September 14)

GEW MainzDies ist eine visuelle Repräsentation des Web-Verkehrs eines Erdentages, genau am 23. Nov. 2003. Wir sehen eine Abbildung von Kommunikationsvorgängen, wir sehen ein Stillbild des ununterbrochenen Gesprächs, das Gesellschaft bzw. „die Kultur“ konstituiert. Wir „sehen“ Gesellschaft.

Die Teilnahme am Gespräch unserer Weltgesellschaft ist möglich für jeden, der 1. einen Zugang zu dem Medium hat, in dem dieses Gewebe (www) stattfindet, zum Internet. Und der 2. die Fähigkeiten besitzt, diesen Zugang angemessen zu nutzen. Damit wäre auch schon die allgemeinste Forderung an eine „Mediengrundbildung“ genannt, nämlich diese beiden Voraussetzungen zu liefern.
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Über das Erlernen professionellen Lehrerverhaltens – Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Georg Lind

Georg Lind ist Professor für Psychologie und hat bis zu seiner Emeritierung in der Lehrerbildung Pädagogische Psychologie an der Universität Konstanz unterrichtet. Er hat  die Konstanzer Methode der Dilemma-Diskussion (KMDD) nach Lawrence Kohlberg entwickelt und engagiert sich weiterhin als Lehrerfortbildner.

Georg Linds Newsletter „Bildungsinfo“ ist nicht nur sehr beliebt wegen seiner treffsicheren Auswahl an relevanter aktueller Lektüre für Lehrer an Schulen und Hochschulen, sondern auch und vor allem wegen seiner Kommentare dazu, die wesentlich beitragen, die aktuellen Bildungs-Debattenthemen auf wissenschaftliches Niveau zu bringen, und dabei immer verständlich geschrieben sind ohne zu simplifizieren.

In einer der letzten Sendungen des Bildungsinfos hat Georg Lind anlässlich eines Interviews in der Taz mit Annedore Prengel über die Bedeutung der Beziehungsgestaltung durch den Lehrer für die Lernbereitschaft von Schülern entscheidende Dinge gesagt. Und außerdem gibt er Antworten auf die Frage, wie die Fähigkeit zu einer lernförderlichen Beziehungsgestaltung zu lernen ist. Hier sein ganzer Kommentar im Wortlaut:
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