Netzwerken

Netzwerke sind selbstgesteuert. Netzwerke wollen gepflegt werden. Netzwerken ist Arbeit und macht Mühe. Es macht aber auch Freude, denn Netzwerken bereichert. Netzwerken gelingt nur durch eigene Partizipation und gute Kommunikation. Schließlich gilt – in Abwandlung des ollen Spruchs „Ohne Fleiß kein Preis“:  ohne eigenes Netzwerken keine eigenen Ergebnisse.

Immer häufiger bekomme ich Mails mit der Bitte, die eigene Website in meinem Blog zu verlinken, in der Sidebar aufzuführen oder gar einen wohlwollenden, vielleicht sogar emphatischen Beitrag dazu zu schreiben. Begründet werden die Bitten – manchmal nur notdürftig als Bitte getarnte Aufforderungen – damit, die Website habe doch mit meinem Thema Bildung zu tun, ihre Verbreitung sei im Interesse aller.

Schön, dass mein Blog als Knoten im Netz wahrgenommen wird. Aber merkwürdig, dass die Bittsteller dort nicht kommentieren. Dem letzten, das war gestern, habe ich gemailantwortet, er solle doch selbst in seiner Twittercommunity auf seine Seite aufmerksam machen. Daraufhin schrieb er mir heute, er twittere nicht.  Er habe zwar einen Account, „aber da ist nichts los“. Und wieder die Frage, ob nicht wenigstens eine kurze Vorstellung und Verlinkung möglich wäre?

Möglich ist alles. Aber ich will nicht alles möglich machen. Wer erwachsen ist, kann selbst mit der Welt sprechen. Ich bin nicht die „Mach-mir-die-soziale-Arbeit“-Tante. Obwohl ich die Seite des Bittstellers von gestern gut finde, sträube ich mich. Warum? Ich käme mir vor wie mißbraucht, oder sagen wir netter: instrumentalisiert. Nicht, dass ich nicht gerne für andere etwas tun möchte. Aber das Ganze erinnert mich zu sehr an andere Bitten, die gelegentlich auch vorkommen: „Du bist doch in der … -Institution. Könntest Du nicht mal für mich dort ein gutes Wort einlegen …“ Die alte Kiste heißt „Vitamin B.“ Und auf diesem Ohr bin ich taub. Generell.

Ich kann also nur wiederholen – und weil ich keine Lust habe, eine weitere Mail zu schreiben, tue ich es hier – : Werde selbst ein Knoten im Netz, dann brauchst Du gar nicht um Aufmerksamkeit, Verlinkungen und um Beiträge bitten, denn dann kommen sie von selbst. Es gibt außerdem die gute Initiative Blogpatenschaften. Da bin ich übrigens als Patin drin.

Ich will und darf  in meinem Blog ausschließlich  nach meiner Mütze schreiben. Bin ich zu „streng“? Ich bin sicher nicht die einzige edubloggerin, die solche Anfragen bekommt. Wie geht es euch anderen damit?

10 Gedanken zu „Netzwerken

  1. Pingback: Twitter Trackbacks for Netzwerken « shift. [shiftingschool.wordpress.com] on Topsy.com

  2. prinzipien sind prinzipiell zu vernachlässigen, glaub ich. wenn so eine anfrage kommt, und mir gefällt, was die leute machen, oder ich halte es objektiv für nützlich & interessant, würde ich die verlinkung nicht „aus prinzip“ verweigern. wenn´s mir mißfällt, beachte ich es eben nicht. ich finds aber nicht schlimm, auf angebote aufmerksam gemacht zu werden, soweit sie denn nicht völlig sachfremd (und also spam) sind.

  3. Der Ton macht die Musik denke ich. Bekomme allerdings kaum solche Anfragen. wahrscheinlich nerven die auf Dauer und wenn sie dann allzu bittstellerisch sind, dann ist der Ton meines Erachtens auch falsch. Hinweise find ich okay – auch wenn es sicher bessere Wege wie Twitter und Co. gibt, aber Betteleien würden mich auch nerven.

  4. Ich bekomme fast täglich solche Anfragen; oft auch von durchaus interessanten Projekten, die selbst (noch) kein eigenes Blog haben oder auch gar nicht haben wollen. Wenn mir das Projekt sehr gut gefällt, berichte ich darüber. Oder ich biete den InitiatorInnen an, ihr Projekt selbst vorzustellen, eine Art „Making of…“ zu schreiben. Was mich extrem wundert, ist, dass vielen das Veröffentlichen eines Textes im Stil einer eher langweiligen Presseinfo viel lieber ist, als dass sie selbst authentisch über ihr Projekt bloggen!!! Obwohl authentisches Berichten nachweislich viel besser ankommt und oft auch zu neuen interessanten Kontakten führt. Hier nur 3 Beispiele:
    http://www.bloggerpatenschaften.de/geschwindigkeit-und-vernetzung-auch-fur-senioren/
    http://www.bloggerpatenschaften.de/caritas-blog-mitten-am-rand/
    http://www.bloggerpatenschaften.de/making-of-bildungsspender/

  5. Danke für die schnellen Antworten! Prinzipienreiter will ich nicht sein. Aber ich will mich auch nicht nötigen lassen, zu etwas zu schreiben, wozu ich gerade nicht unbedingt schreiben möchte. Ich werde also anbieten, einen Gastbeitrag zu schreiben.

  6. „Mach mir die soziale Tante!“ schöner Satz! Ich kann verstehen, dass man mit Twitter Schwierigkeit hat. Man will Aufmerksamkeit dafür, was man vielleicht nur selber interessant findet und wundert sich, dass niemand reagiert. Natürlich nur am Anfang. Erst wenn man unter den Leuten, den man selber folgt, Twitterer findet, die die selben Interessen haben, ergeben sich Reaktionen. Nur das Grundschema ist bei Twitter und bei den Blogs „Mach mir die soziale Tante!“ Wenn ich so drüber nachdenke ist es eigentlich meistens so. Jemand bietet Trost, Infos oder Versprechungen an, und der andere „Patient“ nimmt sich’s dann. Ich glaube für viele ist es ein Sprung ins kalte Wasser, zu begreifen, dass so das Netz funktioniert. Im „normalen“ Leben ist man überall Bittsteller, Käufer oder Arbeiter, Angestellter, Schüler. Da findet ja außer bei Freunden keine echte Kommunikation statt, meistens. Im Netz wird plötzlich gefordert mit völlig fremden Menschen eine Art gegenseitiger freundschaftlicher Kommunikation zu machen. Das ist vielleicht auch die Hürde, die Offliner überschreiten müssen.

  7. Wer selbst ein Blog betreibt, kann durch Artikel auf sich aufmerksam machen – wie Ina schreibt, gibt es aber durchaus Initiativen oder Personen, die nicht selbst ein Blog betreiben wollen – aus welchen Gründen auch immer. Für diese (noch) Nicht-Blogger haben wir die OFFENE PLATTFORM ins Leben gerufen – eine Initiative von Bloggerpatenschaften. Also – wer mit dem Bloggen starten will, aber nciht direkt ein eigenes Blog installieren, findet bei OFFENE PLATTFORM eine gute Gelegenheit!🙂

  8. Ich finde, es kommt darauf an. In einer erst kürzlich eingetroffenen Anfrage tauchte das Stichwort „Texterin“ in Kombination mit „Ihnen Inhalt liefern“ auf – da sind dann meine Schotten ganz schnell unten. Ich werde noch recherchieren, auf wessen Werbeklitsche das geht und dann einen Blogeintrag schreiben und zwar nicht im Sinne des Erfinders. Diese kriecherische Art von Schleichwerbung hasse ich und ich möchte sie auch nicht in anderen Blogs lesen.

    Sei also ruhig weiterhin „streng“ bzw. konsequent!

  9. Bei Twitter sei „nichts los“ – das ist ja ein putziger Mangel an Medienkompetenz. Das ist ja geradeso, als ob ich aus Kontaktscheu noch nie einen Bus oder Zug benutzt hätte, und auf Nachfragen sage ich, im ÖPNV sei nichts los😉
    Ich kenne die Nachfragen nur aus sehr vereinzelten Mails, die aber eher meine Homepage als mein Blog betreffen – insofern kannst du dich ruhig auch geschmeichelt fühlen: Solche Mails sind auch Anerkennung der Popularität und Reichweite deines Blogs. Aber abgesehen davon stimme ich Hokey zu.

  10. Ich danke Euch für Eure Kommentare – Ihr habt mich beruhigt.🙂
    @rip: ich glaube, er meinte mit „nichts los“ „sein“ Twitter. Weil er dort nichts macht. Na, vielleicht ist er ja bei den Blogpaten gelandet und findet weiter.

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