Sprachkompetenz

Roeros

HPIM0234

Fjaell

Vingelen

In Norwegen sprechen fast alle Menschen fließend Englisch – der Zugschaffner auf der eingleisigen Bahnstrecke, die Verkäuferin in der Bäckerei einer kleinen Stadt aus Holzhäusern, die verschlafene Schülerin morgens um halb sieben auf dem Weg zur Schule, der Schafhirte in der Hütte im Fjäll, der seine Schafe zusammensucht, weil der Wolf umgeht.
Der Dompropst wechselt von fließendem Englisch in fließendes Deutsch, als er unsere Herkunft erfährt. Die Unterhaltung geht halt besser dann. Und ja: Es wäre bekannt, daß die Deutschen nicht gut Englisch sprächen.
Bei uns gibt es Professoren, die keine internationale Fachliteratur zur Kenntnis nehmen können, wenn sie nicht ins Deutsche übersetzt ist.

3 Gedanken zu „Sprachkompetenz

  1. mit einer Migrationsquote, die wir uns in Deutschland und der Schweiz überhaupt nicht vorstellen können, so gering ist sie. Es liegen Welten zwischen unseren Siedlungsdichten und Ballungszentren.

    Das entschuldigt die deutschen Professoren keineswegs, die kein Englisch können und auch die Unis nicht, die das durchgehen lassen. Ich bin oft enttäuscht zu sehen, wie wenig Deutschland grundsätzlich aus den Sprachen macht, die sich in dem vielseitigen Land sammeln.

    Aber auf den Vergleich mit Norwegen reagiere ich langsam allergisch. Das ist wohl der blosse Neid.

  2. REPLY:
    Natürlich ist Norwegen ein anderes Land, in dem alles anders ist. Mir geht die Denkfigur, daß darum deren Bildung bei uns nicht möglich ist, aber viel zu schnell, fast reflexartig. Warum sollen die Menschen in einem Land mit einer hohen Einwandererzahl denn NICHT sehr gut Englisch sprechen können? Warum sollen die Menschen in einem Land mit einer Großstadtkultur denn NICHT sehr gut Englisch sprechen können? Geht das grundsätzlich nicht, oder ist es nicht bezahlbar oder hält man es nicht für so wichtig? Ich finde viele Indizien dafür, daß es für nicht so wichtig gehalten wird. Gerade ist man wieder dabei über die vielen Anglizismen im öffentlichen Raum zu schimpfen. Und kürzlich kam mir ein Manifest deutscher (Geistes-)wissenschaftler unter (leider nicht digital, sonst hätte ich es längst ausgeschlachtet!), in dem man sich empört dagegen wandte, seine wissenschaftlichen Aufsätze und Vorträge auf Englisch zu publizieren. Tja. Ich vermute tatsächlich, dass die hierzulande häufig anzutreffende Angst, die deutsche Kultur und die deutsche Sprache könnten verschwinden in der Weltgesellschaft, deren Hauptverständigungssprache – noch! Einglisch ist, bald möglicherweise Chinesisch? – und das Deutsche müßte darum besonders geschützt werden, eine der historischen Nationalpathologien darstellt, die sich noch ganz gut erhalten haben.

  3. In Norwegen ist es schlicht und einfach notwendig, Fremdsprachen zu beherrschen – im deutschen Sprachraum nicht ganz so (weil er viel größer ist)

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