Respekt

In der Sternserie „Die neue Sehnsucht nach alten Werten, Teil 4. Respekt und Anstand“, in der auch viel gequirlter Unsinn zu lesen ist, versteckt sich in einem Bericht über das Forschungsprojekt RespectResearch der wichtige Hinweis auf den obersten Wert der HipHop-Szene. Das Foto eines Graffitis in Düsseldorf illustriert die Seite: „Respect must come.“ Erinnert werden in diesem Zusammenhang auch die bekannten Zitate aus den jüngsten Ereignissen der Pariser Banlieue: „Geld ist nichts, Respekt ist alles“ und „Lieber sterben als auf den Knien leben“.

Nun spricht der Stern ja gerne über Dinge, die so in der Luft und in der öffentlichen Debatte herumliegen. Aber ebenso gerne bringt er anstatt auf den Punkt alles wieder durcheinander, was doch schon beinahe klar war:
Denn weder ist die Sehnsucht neu, noch sind die Werte alt. Andersherum wird ein Schuh draus: Die Sehnsucht nach Achtung statt Ausgrenzung, Diskriminierung und Mißhandlung ist so alt wie Ausbeutung und Unterdrückung in der Menschheitsgeschichte alt sind. Aber der Wert Respekt als gesellschaftliche Norm durchgesetzt mit Wirkung für alle – das wäre das Neueste überhaupt. Es wäre gleichbedeutend mit dem Ende aller Ausbeutung.

Eine Ahnung davon, wie es sein könnte, erfährt man aus der Antwort einer finnischen Schülerin, die – von einer Wiener Schuldirektorin auf Besuch gefragt, warum sie so gerne zur Schule ginge – sagte: „Bei uns wird niemand beschämt.“

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