Schildbürgerstreich

definiert Wikipedia als umgangssprachliche Wendung für eine „aberwitzige und irreführende Regelung“. Genau diese bekommen wir in der Föderalismusreform, wie sie seit Freitag von der Koalition „in trockene Tücher“ gebracht wurde. Begeistert sind jedenfalls die beteiligten Schildbürger. Die taz hat den Streich aus den Tüchern ausgewickelt :
„Praktisch alle Bildungskompetenzen, egal ob in Schule oder Hochschule, sind nun ganz und gar in die Zuständigkeit der Länder gewandert. Das ist ein schlechter Witz! Den Ländern fehlt das Geld und, mit Verlaub, der Grips, um vernünftig mit dem Thema umzugehen. Das haben sie in der Vergangenheit nachdrücklich bewiesen. Der finanzielle und intellektuelle Zustand der ländergeführten Bildung ist erbärmlich – das beginnt bei tropfenden Dächern und endet beim systematischen Verstärken vorgefundener sozialer Ungleichheit. Der teure Rohstoff Bildung ist viel zu wichtig für Gesellschaft und Wirtschaft, als dass ihn die Bundesländer vergeuden dürften.“
Hatten wir nicht gerade eben die erschreckenden Ergebnisse der PISA 2003 – Studie zur Kenntnis nehmen müssen? Ist das die politische Antwort darauf?
Ah, das ist Anknüpfen ans nationale Erbe! Beim Umzug nach Berlin seinerzeit hat die politische Klasse nicht nur Bonn sondern auch Schilda mit unter die Reichstagskuppel gebracht.
Vorbildlich! Gratulation! Denn, um nicht die interessantesten Events zu versäumen, dürfen wir auf keinen Fall die Bildungskatastrophe in den Griff bekommen, bevor es hier so zugehen wird wie derzeit in Frankreichs Vorstädten.

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