Buchempfehlung

Rudolf Leiprecht, Anne Kerber (Hrsg.), Schule in der Einwanderungsgesellschaft. Ein Handbuch, Wochenschau Verlag 2005, 480 Seiten, 34,80 Euro

Wie: 480 Seiten lesen? Welcher Lehrer hat denn dafür Zeit, wo ihm doch das tägliche Unterrichts- und Korrekturgeschäft bis zum Halse steht?
Warum es trotzdem sinnvoll ist, sich für dieses Buch Zeit zu nehmen, erhellt das Editorial der Herausgeber, das die Bundesrepublik Deutschland als eine „pluriforme Einwanderungsgesellschaft“ charakterisiert, der gegenüber das deutsche Bildungssystem in so „erhebliche(r) Schieflage“ steht (9), dass jeder Lehrer Probleme damit haben muß, diese in seiner Praxis auszugleichen. Genau dazu bietet dieses Buch wertvolle Hinweise. Buchempfehlung1 (pdf, 82 KB)

3 Gedanken zu „Buchempfehlung

  1. danke für den Tipp. Das einzige, was ich ein wenig fürchte, ist die vorwurfsvolle Haltung an die Pädagoginnen und Pädagogen. Die Orientierung am Defizit wird seit bald 10 Jahren auf den Lehrplänen von Lehrpersonen gestrichen und inzwischen sind – jedenfalls in der Schweiz – alle Reformen durch. Ich merke einfach, dass vor allem die eher linke Presse hier manchmal offene Türen einrennt.

    (Die Anzeige zeigt mir hier nur die Hälfte dessen, was ich schreibe, man verzeihe mir Fehler.)

  2. REPLY:
    kommt in dem Buch gar nicht rüber. Vielleicht habe ich in meiner Rezension versäumt, das ausdrücklich zu sagen. Die Autoren wissen genau, wovon sie reden, wenn sie das ganze Problem als ein Strukturproblem, mithin als ein politisches Problem darstellen. Das ist es jedenfalls in Deutschland. Denn die „richtige“ Haltung des einzelnen Pädagogen allein kann da nicht viel ausrichten (siehe meinen Beitrag über die ZEIT-Artikel oben). In Deutschland läßt die Bildungspolitik mit der neuen Koalition, mit Annette Schavan als Ministerin und dem Föderalismus da leider nicht viel hoffen. Und die Lehrer hierzulande sind so mit dem Laufen im Hamsterrad der völlig überdimensionierten Unterrichtsverpflichtung gebeutelt, daß sie kaum mehr Luft und Kraft haben, die zum Umdenken nötigen Fortbildungen wahrzunehmen.

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