taz dem Blog

Dieter Grönling möchte uns heute in der taz Kulturkritisches über das Bloggen erzählen. „Ich blogge, also bin ich“ heißt seine feine Studie. Tatsächlich spricht aus ihm nur die Arroganz, die sich erhebt über das Mitteilungs- und Kommunikationsbedürfnis der „lieben Prinzessin“, die nichts zu sagen hat und doch besser ganz still sein möge. Ja Moment mal, ruft man da als Bloggerin aus: Wer zwingt dich denn, das zu lesen? Ich lese ja schließlich auch freiwillig deinen Senf in der Taz hier! Völlig erschlagen ist der arme Mann durch die ungeheure Flut von Blogs, die es schon gibt, eine „unglaubliche Zahl, die schon der Einwohnerzahl eines mittelgroßen Landes entspricht.“ Verzweifelt stellt sich ihm „die Frage, wer das alles lesen soll.“ Das ist immer das allerletzte und merkwürdige Argument der Medien(flut)kritiker. Als würde etwas Furchtbares passieren, wenn Geschriebenes nicht gelesen würde, und man müßte am Ende Leute wie ihn dafür bezahlen, damit sie es tun, und es endlich gelesen sei. Es sind die, die sich wünschen, das Internet aufzuräumen, sauber zu machen von dem, was sie für Müll halten. Vielleicht ist es ja auch bloß der verzweifelte Kampf der Printmedien-Journalisten gegen die Wirklichkeit der Neuen Medien. Verständlich. Trotzdem peinlich, daß ausgerechnet im letzten Satz so fett der falsche Artikel prangt: „Zeit also, mal einen wirklich guten Blog zu bauen.“

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