Naivität?

In der SZ heute schreibt Tomas Avenarius über die Muslimbrüder (S.2). Merkwürdig: Ich kenne sie aus ihren Dokumenten und ihrer Geschichte als älteste und einflußreichste islamistische, antisemitische Organisation. Von ihrer antisemitischen Programmatik und Geschichte erfährt man bei Avenarius gar nichts. Der Begriff kommt einfach gar nicht vor. Zwar sei sie die Mutterorganisation auch der Hamas, diese sei jedoch nur „in den Augen der Amerikaner und Israelis eine Terrorgruppe“. Aha. In den Augen Avenarius ist sie was? Das bleibt offen, aber zu denken nahegelegt wird der Gegenbegriff Freiheitskämpfer. Die harmlosen Muslimbrüder jedenfalls sind, das läßt er eine „deutsche Expertin Ives Lübben“ feststellen, “ eine ‚bürgerliche, konservative und sozial engagierte Kraft‘ ohne revolutionäres Potenzial.“ Sie werden in Avenarius‘ Artikel geführt als demokratische Opposition, unterdrückt vom Mubarak-Regime. „Schwer auszumachen“ sei, so A.,“wo die Muslimbrüder ideologisch wirklich stehen.“ Für mich ist es nicht schwer auszumachen. Der geistige Führer dieser „Bruderschaft“, Sayyid Qutb, hat mit seinem Pamphlet „Unser Kampf gegen die Juden“ 1951 eine Art Manifest der Muslimbrüder geschrieben. In immer neuen Auflagen findet diese Schrift in allen Ländern des arabischen Nahen Ostens große Verbreitung. Naja, Herr Avenarius muß ja nicht alles kennen, worüber er schreibt…

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